Dr. med. Klaus-Wolfgang Richter
Osteoporose
Gesunder Knochen
DXA-Gerät

Osteoporose bei Männern – nicht so selten wie man glaubt

 

Die Bedeutung der Osteoporose des Mannes nimmt rasant zu. Wahrscheinlich ist bereits jeder fünfte Osteoporose-Patient ein Mann!

 

Osteoporose ist heute ein weltweites Gesundheitsproblem. Nach der Bewertung der Weltgesundheitsorganisation WHO gehört die Osteoporose zu einer der 10 wichtigsten Volkskrankheiten. In Deutschland sind ca. 6 Mio. Menschen an Osteoporose mit Knochenbrüchen erkrankt. Lediglich bei 40% dieser Patienten wird die Diagnose Osteoporose gestellt und entsprechend therapiert. Jede 3. Frau und jeder 5. Mann ab 50 Jahren erkrankt an Osteoporose.

 

Osteoporose wurde lange Zeit als eine reine Frauenkrankheit eingestuft, obwohl aktuell etwa 30 Prozent der Hüftfrakturen und 20 Prozent der Wirbelfrakturen Männer betreffen. Erst seit einigen Jahren werden auf wissenschaftlicher Ebene zunehmend Daten ermittelt, aus denen eindeutig hervorgeht, dass die Anzahl der an Osteoporose erkrankten Männer erheblich unterschätzt wurde.

 

Bei der Osteoporose ist das Gleichgewicht zwischen Knochenbildung und Knochenabbau gestört. Der Knochenabbau erfolgt schneller als die Neubildung und die Knochenmasse nimmt ab. Die Knochen behalten zwar ihre äußere Form, verlieren aber ihre innere Struktur und werden brüchiger. Eine Steuerung erfolgt über Hormone von Nebenschilddrüse und Schilddrüse, durch das Vitamin D und einige weitere Faktoren.


Eine wichtige Rolle spielen auch die Geschlechtshormone von Mann und Frau, weil sie den Knochenstoffwechsel vorantreiben und die Knochen bildenden Zellen unterstützen.

Man unterscheidet primäre und sekundäre Osteoporosen. Primär heisst, dass keine krankhaften Ursachen auszumachen sind. Hierunter fallen die postmenopausale Osteoporose der Frau, die idiopathische und die senile Osteoporose. Sekundär bedeutet, dass eine andere Erkrankung oder ihre Therapie für die Osteoporose ursächlich ist. Bei der Frau handelt es sich in 80-90% der Fälle um eine primäre Osteoporose. Beim Mann sind ca. 40% primäre und 60% sekundäre Osteoporosen. Das bedeutet, dass beim Mann die Suche nach krankhaften Ursachen besonders wichtig ist, um eine kausale Therapie durchführen zu können.


Ursachen einer sekundären Osteoporose können sein: erniedrigte männliche Geschlechtshormone, schwere chronische Leber- und Nierenfunktionsstörungen, Langzeittherapie mit Kortison, Überfunktion der Schilddrüse oder der Nebenschilddrüsen, Malabsorptions-Syndrome (z.B. Morbus Crohn), Rheumatoide Arthritis, Einnahme von Antiepileptika.

 

Hinweise auf das Vorliegen einer Osteoporose sind am häufigsten unklare Rückenbeschwerden, Größenabnahme, Rundrücken, Kalksalzminderung im Röntgenbild und gehäufte Frakturen. Diese sind einzeln genommen jedoch nur Verdachtsmomente für das mögliche Vorliegen einer Osteoporose. Eine eindeutige Diagnosestellung ist durch Anamnese und körperliche Untersuchung, Knochendichtemessung und Röntgen der Wirbelsäule sowie ergänzende Laborparameter einfach zu bewerkstelligen.

 

Beim Vorliegen von Risikofaktoren wird ab dem 50. Lebensjahr die Durchführung einer Knochendichtemessung nach der DXA-Methode an Wirbelsäule und Hüftknochen empfohlen. Die DXA-Messung ist die Methode der Wahl, weil durch ihren weltweit flächendeckenden Einsatz die größte Datenbank entstanden ist und so entsprechend genauere Referenzwerte erstellt werden konnten.

 

Zur Behandlung der Osteoporose stehen je nach Schwere des Befund Bisphosphonate, Fluoride und ergänzend Calcium und Vitamin D zur Verfügung. Bei älteren Männern ist eine Osteoporoseprophylaxe mit körperlicher Bewegung, calciumreicher Ernährung, Calcium- und Vitamin D-Einnahme sehr wichtig.

 

Osteoporose ist kein unausweichliches Schicksal – Sie selbst können viel dagegen tun. Die therapeutischen und medikamentösen Möglichkeiten sind heute sehr ausgereift und können entsprechend der individuellen Notwendigkeiten optimal eingesetzt werden. Nutzen Sie die Chance, sich aktiv mit der Erkrankung Osteoporose auseinanderzusetzen. Nur wer seine Krankheit kennt, weiß, wie er damit umgehen kann.

 

Testen Sie Ihr Risiko
Wenn einer der folgenden Punkte bei Ihnen zutrifft, sollten Sie Ihre Ärztin / Ihren Arzt auf eine weitergehende Diagnostik ansprechen.

❏ Sie sind mehr als 4 cm kleiner geworden.
❏ Sie haben plötzlich und über Wochen anhaltende heftige Rückenschmerzen.
❏ Sie haben in den letzten Jahren ungewollt mehr als 10 % Ihres Körpergewichts abgenommen.
❏ Sie hatten nach Ihrem 50.Lebensjahr einen Knochenbruch.
❏ Sie sind im letzten Jahr ohne Einwirkung äußerer Kräfte gestürzt (mehr als 2 x im halben Jahr).
❏ Sie sind überschlank, Ihr Body-Mass-Index (BMI) liegt unter 20 (BMI = Körpergewicht in Kilogramm/Körpergröße in m2)

 

Als qualifizierte und kompetente Osteologen beraten ich Sie gerne ausführlich in unseren Praxisräumen im Gesundheitszentrum Kelkheim.