Medikamentöse Therapie

Die Gabe von Schmerzmitteln spielt eine ganz zentrale Rolle in der Schmerztherapie. Mit deren Verabreichung in ausreichender Dosierung sollte frühzeitig begonnen werden, um eine Speicherung des Schmerzes im Schmerzgedächtnis zu vermeiden. Es stehen uns eine Vielzahl von potenten Analgetika zur Verfügung, inklusive den BTM-pflichtigen Substanzen (Substanzen nach dem Betäubungsmittelgesetz, wie z.B. Morphine), sodass prinzipiell jeder Patient ausreichend schmerztherapeutisch versorgt werden kann.

Infusionen

Zur Behandlung akuter oder chronischer Schmerzen können schmerzlindernde Medikamente auch in Form intravenöser Infusionen verabreicht werden. Unter einer Infusion versteht man das Einfließenlassen größerer Flüssigkeitsmengen in den Organismus, meist in die Blutbahn. Bei Infusionen zur Schmerztherapie erfolgen Kombinationen gut wirksamer Analgetika und entzündungshemmender Medikamente, teilweise ergänzt mit Muskelrelaxantien und Vitamin- B- und Vitamin C-Präparaten.

Injektionen in Gelenke und Weichteile

Injektionen werden in Gelenke appliziert, in die Gelenkkapseln und Schleimbeutel, an schmerzhafte Muskel- und Bandansätze. Der Vorteil der Injektionen ist, dass das Mittel direkt in den schmerzverursachenden Ort gespritzt wird. Je nach Situation können verschiedene Mittel appliziert werden wie Lokalanästhetika, entzündungshemmende Substanzen auf pflanzlicher und biologischer Basis oder Kortison. Wir sind auch in der Lage mittels Kanülen unter lokaler Betäubung Kalkherde zu zerbröseln, sogenanntes Needling, um dem Körper zu helfen diese schneller abzubauen. Siehe auch bei konservativen Therapien “Knorpel und Arthrose“.

Injektionen an der Wirbelsäule

Spritzen im Bereich von Bewegungssegmenten an der Wirbelsäule, Hauptausganpunkte von Nacken-, Kreuz- und Ischiasbeschwerden, können erfolgreich durchgeführt werden. Das Aufsuchen des Schmerzausgangspunktes im Bewegungssegment insbesondere bei degenerativen Erkrankungen mit Formveränderungen der Bandscheiben und Wirbelgelenke setzt einige Erfahrungen voraus. Wirbelsäulennahe Injektionen bei degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen gehören deswegen zu den eher schwierigeren orthopädischen schmerztherapeutischen Leistungen.

 

Facetteninfiltration
Das Prinzip besteht in einer Ausschaltung von Schmerznervenfasern an der Wirbelgelenkkapsel durch das Spritzen von einem Lokalanästhetikum, gegebenenfalls unter Zusatz von Kortison. Diese Injektion wird unter Röntgenkontrolle durchgeführt, damit das kleine Wirbelgelenk auch sicher getroffen wird. Zur Indikation zählen Beschwerden die von den Wirbelgelenken ausgehen, sprich Facettensyndrome, Hyperlordose, Kreuzschmerzen und pseudoradikuläre Syndrome an der Hals- und Lendenwirbelsäule. Die begleitende physiotherapeutische Therapie besteht in erster Linie in der Delordosierung der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte mit vorsichtigen Übungen in der Entlastungshaltung.

 

Facettendenervation
Bei der Facettendenervation wird, anstatt dem Anspritzen des kleinen Wirbelgelenkes, das Gelenk denerviert. Das bedeutet, dass unter Röntgenkontrolle mit einer Hitzesonde die Gelenkkapsel kurz stark erhitzt wird und somit die Schmerzfasern zerstört werden. Das Verfahren ist in einer geübten Hand ungefährlich. Patienten sind danach häufig 1 Jahr schmerzfrei bzw. schmerzreduziert.

 

Spinalnervenanalgesie
Die Betäubung der Nerven am Austrittspunkt an der Hals- und Lendenwirbelsäule, als sogenannte paravertebrale Wurzelinfiltration, stellt seit Jahrzehnten eine bewährte Behandlungsmethode in der Orthopädie dar.
Diese Betäubung am Spinalnerven erzielt man über die Injektion eines Lokalanästhetikums mit ggf. Kortisonzusatz an das Nerfenaustrittloch. Mit dieser Technik erreicht man die Spinalnervenwurzel, das Spinalganglion und Teile des Sympatikus im betroffenen Segment.

Akupunktur

Eine weitgehend nebenwirkungsfreie und nichtmedikamentöse Schmerztherapie stellt die Akupunktur dar. Hierzu haben wir für Sie einen separaten Informationspunkt am Anfang dieser Seite eingerichtet.

Coolief-Therapie

Mit der minimalinvasiven Coolief gekühlten Radiofrequenz-Therapie können chronische Gelenkschmerzen sicher und erfolgreich ambulant behandelt werden.

 

Bei diesem Verfahren werden gezielt genau jene Nervenäste behandelt, welche die Schmerzen vom betroffenen Gelenk weiterleiten. Durch das gelenknahe Veröden der sensiblen Nervenbahnen wird der Schmerz im Gehirn nicht mehr wahr genommen.


Die Nervenäste werden je nach Gelenk unter Ultraschall oder Bildwandler aufgesucht und unter lokaler Betäubung mit Hilfe einer gekühlten Elektrode verödet. Während der Erhitzung des Nervengewebes mit dem Coolief-System umfließt Wasser die Spitze der Elektrode, damit gewebeschonend ein größerer Zielbereich ohne übermäßige Hitzeentwicklung erfasst werden kann. Dies unterscheidet das moderne Coolief-Verfahren von der konventionellen Radiofrequenz-Behandlung.


Studien haben gezeigt, dass durch dieses Verfahren eine Schmerzlinderung bis zu 24 Monaten, eine Funktionsverbesserung des betroffenen Gelenkes, ein geringerer Schmerzmedikamentenbedarf und somit eine bessere Lebensqualität erreicht werden kann.


Chronische Schmerzen müssen nicht zwingend mit einer Operation oder Medikamenten behandelt werden. Ihnen steht mit der Coolief-Therapie eine wirksame und minimalinvasive Behandlungsoption zur Verfügung, die Ihnen eine sichere, schnelle und lang anhaltende Schmerzlinderung ermöglicht.